Abschied vom bloggen

Ihr Lieben, es ist nun an der Zeit mich von Euch zu verabschieden. Ich blogge inzwischen ja schon seit Monaten nicht mehr und möchte mit diesem Post gern auch offziell lebewohl sagen.

Es war eine aufregende Reise und ich freue mich, dass ihr mich dabei begleitet habt. Die Zwillinge sind inzwischen schon fast 14 Monate alt und bereichern unser Leben enorm. Auch wenn die ganze Kinderwunschgeschichte eine regelrechte Achterbahnfahrt war, so war es trotz allem die beste Entscheidung meines Lebens. Denn ohne diese Entscheiung wäre ich heute nicht Mutter von einem entzückenden Zwillingspärchen.

Kinder stellen das Leben völlig auf den Kopf. Wie oft habe ich bei diesem Satz gedacht früher, die Leute übertreiben maßlos. Doch es ist tatsächlich so. Mein Leben hat sich grundliegend geändert und nichts ist mehr wie es vorher war. Aber es ist gut so. Ich wollte immer Mutter sein und nun bin ich es, mit Leib und Seele. Natürlich ist meine Welt nicht immer rosa-rot und auch ich bin nach einem anstregenden Tag einfach mal froh wenn meine Kinder abends im Bett liegen und ich mal durchatmen kann. Aber dennoch machen sie mich so endlos dankbar und demütig. Seit die Zwillinge in meinem Leben sind, hat sich in meinem Herzen eine bis dato ewige Lücke geschlossen. Nichts und niemand hätte diese Lücke je füllen können außer meine Kinder. Die Beiden sind für mich das allergrößte Glück und Mutter zu werden war und ist für mich das größte Geschenk meines Lebens. Ohne meine Kinder habe ich mich nie Vollkommen gefühlt. Aber das tue ich jetzt. Ich bin angekommen im Leben. Ich bin Dankbar. Ich bin glücklich. Ich bin Mutter. Ich bin frei! Danke liebes Leben für diesen besonders harten Weg den du mir bereitet hast. Ohne ihn wäre ich nicht die, die ich heute bin. Ohne ihn hätte ich nicht genau DIESE beiden tollen Kinder die ich nun habe. Jede einzelne Minute der insgesamt 8 Jahre, jede einzelne Träne hat sich gelohnt.

Macht´s gut ihr Lieben!

Eure Janine mit Helena und Samuel an der Hand und meinem geliebten Sternchen für immer im Herzen ❤

 

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4 1/2 Monate Babyglück – Und was sonst noch alles passierte

Hallo ihr Lieben!

Lange, wirklich ganz lange schon habe ich nichts mehr von uns hören lassen. Das Leben als Zwillingsmutter fordert ganz schön und unser Leben hat sich komplett verändert. Aber lest selbst…

Zuerst mal ein Zwergen-Update. Helena und Samuel sind wirklich ganz tolle Kinder und entwickeln sich großartig. Jeden Morgen werde ich von 2 strahlenden Babygesichtern begrüßt und mir wird immer wieder aufs Neue warm ums Herz. Die Kinder sind völlig normal entwickelt, aufgeweckt und fast den ganzen Tag fröhlich. Jedes Baby hat seine eigene Persönlichkeit entwickelt und es macht spaß, ihnen bei ihrer Entwicklung zuzuschauen. Beide können greifen, sich drehen und brabbeln den ganzen Tag vor sich hin. Helena ist ein totales Mamakind und lässt sich abends nur von mir hinlegen und in den Schlaf begleiten. Ihre Schlafenszeit liegt zwischen 20-22 Uhr, das entscheidet sie abends ganz individuell. Jetzt gerade während ich diesen Beitrag schreibe sitzt sie auch mal wieder auf meinem Schoß und beobachtet ganz genau was ich da mache. Samuel ist da weniger kompliziert, er wird gegen 19 Uhr müde und ab da sollte man eigentlich nur eins sein: schnell! Wenn der kleine Mann müde wird und wir nicht schnell genug sind, geht das große Geschrei los. Wenn er sich erstmal in Rage geschrien hat, hilft nur noch eins: Der Fön. Unser treuer Gefährte an unruhigen Abenden. Sobald die Kinder das Rauschen des Föns hören werden sie sofort ruhig und spätestens nach 15 Minuten schlafen sie. Eine wahre Wunderwaffe also, der gute Fön 🙂 Die Kinder schlafen nach wie bei mir und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben. Als ich noch keine Mutter war, hatte ich ganz andere Pläne. Oft habe ich, wenn ich irgendwelche Szenen bei anderen Eltern beobachtet hatte zu meinem Mann gesagt: „Ich würde das ganz anderes machen. Ich würde mein Kind ordentlich erziehen etc.“ Inzwischen sieht es so aus: Meine Kinder müssen niemals weinen, egal wie viel Uhr es ist und egal was ich am machen bin. Ich warte schon mal eine Minute oder auch zwei ab, gehe aber schon in den selben Raum um meinen Kindern zu zeigen „Ihr seid nicht allein, ich bin für euch da!“ Auch haben wir inzwischen sowas wie ein Familienbett- vor der Geburt war ich immer strikt dagegen. Ich wollte meine Kinder spätestens nach einem halben Jahr in ihren eigenen Zimmern wissen. Aber das ist inzwischen in weite Ferne gerückt und ich bin froh, dass ich meine Kinder nachts so nah bei mir habe.

Durchgeschlafen wird hier noch nicht. Die letzte Flasche gibt es gegen 23.30Uhr und danach wieder gegen 5 Uhr. 5 Stunden Schlaf am Stück gönnen mir meine Kinder also und das finde ich ganz toll von ihnen. 🙂   Die besten Esser sind sie Mengentechnisch nicht. Helena trinkt am Tag zwischen 500-600ml und Samuel zwischen 600-750ml. Beide liegen aber von der Größe und dem Gewicht im oberen Normbereich und der Kinderarzt sieht keinerlei Handlungsbedarf. Habe ich mir in den ersten 2 Monaten seit ihrer Geburt wegen allem das Hirn zermartert, bin ich inzwischen viel gelassener geworden. Ich bin in meiner Rolle als Mutter vollkommen angekommen. Ein eigenes Leben habe ich so gut wie gar nicht mehr, aber das war mir vor der Geburt meiner Zwillinge eigentlich schon klar und es stört mich auch nicht. Ich habe so lange auf diese Kinder gewartet, da ist jeder Tag umso kostbarer. Abgegeben habe ich sie seit ihrer Geburt noch nie. Meine Mutter oder meine Oma haben sie schon mal bei uns zuhause betreut damit ich mal in Ruhe einkaufen oder andere Dinge erledigen konnte, aber sie waren noch nie Stundenlang weg oder gar bei anderen zuhause ohne mich. Ich verurteile andere Mamas nicht die sich diese Ruhephasen zwischendurch gönnen, kann ich auch voll und ganz nachvollziehen, aber ich habe ehrlich gesagt mehr Ruhe, wenn die Kleinen bei mir sind. Dann muss ich mich nicht ständig fragen wie es ihnen wohl gerade geht, was sie macht etc. Außerdem ist mir ja auch bewusst wie Mamabezogen meine Kinder sind und deswegen mute ich ihnen schon dreimal nicht zu woanders sein zu müssen.

Die Kleine Maus wird langsam müde und erzählt mir gerade eine Geschichte 😀 Ich muss mich etwas beeilen, aber ich möchte diesen Beitrag endlich fertig bekommen. Schon seit Wochen hege ich den Wunsch, endlich wieder zu bloggen.

 

Zum Schluss: Wie geht es mir?

Gemischt. Ich bin total glücklich über meine Kinder und ich würde sie gegen nichts in der Welt eintauschen. Mit ihrer Geburt hat sich mein größter Traum endlich erfüllt.

Aber.

Die jahrelange Kinderwunschkarriere hat deutliche Narben in meinem Leben hinterlassen und ich bin nicht mehr der Mensch, der ich noch 2012, vor Beginn der aktiven Kinderwunschbehandlung war. Auch heute noch tun mir Schwangerschaftsmeldungen aus dem Bekanntenkreis irgendwie weh. Dieses Wissen, niemals in der Lage zu sein ein Kind ganz normal empfangen und austragen zu können nagt an meinem Selbstwertgefühl. Auch die bitteren Erfahrungen die wir in dieser Zeit mit anderen Menschen machen mussten bleiben unvergessen.

Und zum Schluss -und das wird einige von euch nun sicher sehr überraschen- wir haben es als Paar nicht geschafft. 9 Jahre waren wir zusammen, davon 8 verheiratet. Wir haben viele Hürden in unserem Leben zusammen gemeistert und auch den wohl härtesten Kinderwunschweg den man so gehen kann gemeinsam erfolgreich hinter uns gebracht. Aber vielleicht mussten wir die letzten Jahre einfach zu viel mitmachen und ertragen. Vielleicht ist unser Kontingent ausgeschöpft. Mein Mann ist vor gut 5 Wochen ausgezogen und besucht uns regelmäßig. Wir verstehen uns und lieben uns auch nach wie vor. Ob wir als Paar allerdings noch eine Chance haben, kann ich derzeit nicht sagen. Ich bin so enttäuscht darüber, dass er so schnell aufgegeben hat, besonders nach allem was wir gemeinsam durchgemacht haben. Ich fühle mich im Stich gelassen. Dass das alles so kommt hätte ich nie erwartet. 4 Monate nach der Geburt alleinerziehend zu sein hätte ich mir nun wahrlich nicht träumen lassen. Aber so ist es nun. Hätte ich voraussehen können dass das alles so passiert, wäre ich diesen Weg trotzdem gegangen. Er hat mich nämlich zu der größten Liebe des Lebens geführt – meinen Kindern. Und ich weiß, irgendwann werde ich auch als Frau wieder glücklich sein.

 

PS: Ich bekomme nach wie vor regelmäßig Emails von betroffenen und interessierten Paaren bezgl. des Themas Leihmutterschaft. Bitte habt ein Nachsehen dass ich derzeit kaum bzw. gar nicht zum antworten komme. Ich habe zum einen kaum Zeit um mich an den Laptop zu setzen. Und zum anderen den Kopf voll eigener Sorgen.

Zuhause angekommen

Seit 3 Wochen sind wir nun schon Zuhause und ich möchte euch erzählen wie es uns seither ergangen ist.

Mittwochs, den 2. Juni war ich mit meinem Mann und den Kindern auf der deutschen Botschaft in Kiew. Dort wurden unsere Dokumente auf Vollständigkeit geprüft und wir mussten die Kinder persönlich vorstellen. Donnerstags fuhr mein Mann mit der Leihmutter und ihrer kleinen Tochter zur Botschaft. Die ganze Prozedur dauerte ca. 4 Stunden und schlussendlich erhielt mein Mann die Reisepässe für unsere Mäuse. Während ich auf meinen Mann wartete, packte ich nebenbei schon unsere Koffer, ich war mir sicher dass alles gut gehen würde auf der Botschaft. Gegen 18  Uhr kam mein Mann dann endlich wieder und erzählte mir, dass er unsere Leihmutter und ihre Tochter noch zu uns eingeladen hat und die Beiden in den nächsten 1-2 Stunden bei uns eintreffen würden. Diese Info nahm ich mit gemischten Gefühlen auf. Ich wollte dieses Land und alles was damit zu tun hat einfach nur noch hinter mir lassen und den letzten Abend so schnell wie möglich zu Ende bringen, dies war dann aber erst einmal nicht mehr möglich. Ich habe mich ein wenig zurecht gemacht und bin schnell nochmal in den Supermarkt gelaufen um ein paar Getränke und Schokolade und Spielzeug für die Tochter der Leihmutter zu besorgen. Gegen 20 Uhr kamen die 2 bei uns an der Unterkunft an und blieben ungefähr zwei Stunden. In der Zeit wurden Fotos gemacht, mit der Kleinen gespielt und sich über den Google Übersetzer unterhalten. Wohlgefühlt hatte ich mich nicht, aber irgendwie verging die Zeit dann schließlich doch und die Leihmutter rief sich ein Taxi. Am nächsten Morgen ging es los. Unsere 4 Koffer + Kinder + Maxi Cosis + Kinderwagen waren startklar und wir wurden zum Flughafen gebracht. Wir checkten ein und mussten anschließend noch ewig warten ehe wir in den Flieger durften. Erst ließen sie uns nicht durch den Zoll und wir mussten erklären wieso die Kinder in der Ukraine geboren wurden etc. nachdem wir dann die Geburtsurkunden vorgelegt hatten (in denen ich zum Glück als Mutter eingetragen bin) durften wir dann weiter. Anschließend hatte unser Flieger noch ewig Verspätung. An Bord erfuhren wir, dass die Maschine auf dem Flug nach Kiew einen heftigen Vogelschlag erlitten hat und erst auf Herz und Nieren geprüft werden musste ehe sie erneut starten durfte. Nach dieser Info ging es mir noch schlechter als ohnehin schon, ich leide nämlich unter großer Flugangst. Im Flieger wurden wir herzlich begrüßt und beglückwünscht, die Crew war schon über uns informiert. Das Töchterchen und ich saßen in der 2. Reihe und mein Mann und das Bübchen hatten ihre Plätze in der 5. Reihe. Jeder von uns bekam extra eine eigene Reihe weil ich unbedingt die Maxi Cosis mit an Board nehmen wollte wegen der Sicherheit. Bei Start und Landung mussten die Babys aber ohnehin auf den Arm und Helena hatte keine Lust auf die Babyschale so dass wir uns diese auch hätten sparen können. Der Flug selber war sehr angenehm, ich hatte zwar ständig Angst, aber wenn man mal darüber hinweg sieht war´s ein toller Flug. Das Essen an Bord der Lufthansa Maschinen ist wirklich lecker und die Flugbegleiter sind sehr nett und zuvorkommend. Die Zwillinge haben den kompletten Flug verschlafen. Bei Start und Landung haben wir ihnen eine Milchflasche gegeben um den Druck auszugleichen und die Kinder haben perfekt mitgespielt. Vorm Ausstieg wurden sie von der Stewardess gelobt weil sie so schön brav waren 🙂 Ich bedankte mich für den tollen Service und stieg überglücklich aus. Endlich in Deutschland! Endlich raus aus dem Flieger! Endlich heute Abend zuhause sein! Am Flughafen wurden wir bereits von meinen Großeltern und der Schwester meines Mannes + deren Mann und Sohn erwartet. Was war ich froh sie alle zu sehen! Wir gingen noch kurz was trinken und traten anschließend endlich den Heimweg an. Samuel schrie und so musste ich mich nach hinten zwischen die 2 Familyfix Stationen klemmen und den Kleinen während der Fahrt füttern und beruhigen. 1,5 Stunden später waren wir dann endlich da! Vor unserer Haustür sprang mir gleich ein Storch ins Auge. Ich schloss die Tür auf und drinnen erwartete uns ein dekoriertes Wohnzimmer sowie meine Eltern und meine Schwester. Ich freute mich so und musste weinen. Später kamen meine Großeltern nochmal dazu und brachten unsere Hunde nachhause. Endlich konnte ich auch sie wieder in die Arme schließen. Die ersten Tage zuhause waren noch sehr stressig, die ganzen täglichen Gebrauchsgegenstände mussten ihren Platz finden, in der (sehr kleinen) Küche musste die Babyecke eingerichtet werden und auch wir mussten erstmal wieder in den Alltag finden. Ich war durch meine extremen Schlafprobleme in der Ukraine immer noch sehr müde und fertig und brauchte erstmal ein paar Tage um richtig anzukommen. Nach einer Woche ungefähr hatte sich das dann eingependelt und von Tag zu Tag ging uns alles leichter von der Hand. Danach kamen nach und nach viele Freunde und Bekannte zum Baby gucken und reichlich Geschenke haben die Zwerge auch bekommen. Gleich in der Woche nach unserer Ankunft waren wir beim Kinderarzt und haben die Kleinen durchchecken lassen. Der Arzt war mit ihrer Entwicklung zufrieden und sie sind fit und gesund. Letzten Freitag hatten wir unseren 2. Arzttermin wegen der U3. Nach reiflicher Überlegung gab es dann auch die erste Schluckimpfung gegen Rotaviren. Auf diese haben beide mit mehr Schlaf und weniger Hunger reagiert. Ansonsten würde ich sagen sind wir voll im Baby Alltag angekommen. Ein eigenes Leben habe ich zur Zeit fast keins mehr, aber das war mir vorher schon klar. Mein Mann arbeitet seit einer Woche wieder. Manchmal kommt meine Oma oder Mutter oder Schwester zur Unterstützung und manchmal sind wir 3 auch allein, so wie heute. Wir haben wirklich Glück dass unsere Babys sehr pflegeleicht sind. Sie melden sich wenn sie hungrig sind, die Windel voll ist oder sie einfach ein bisschen Aufmerksamkeit wollen. Helena braucht aktuell noch mehr Zuwendung als ihr Bruder. Sie will viel auf den Arm was manchmal-insbesondere wenn wir alleine  zuhause sind- gar nicht so einfach ist, da kommt man nicht wirklich dazu mal etwas zu machen. In ihrem Babybett schläft sie auch nicht, dort weint oder meckert sie solange, bis man sie rausnimmt. Damit wir aber auch ein bisschen zum schlafen kommen, schläft die Kleine nun jede Nacht bei mir im Arm. Samuel hingegen lässt sich ohne Probleme ins Bett legen und schläft. Der Papa nimmt ihn aber nachts öfter mal zu sich, weil er nicht will dass er benachteiligt ist 😀

So viel aus den ersten Wochen als Familie ❤ Ich nutze jetzt noch schnell die Zeit während meine Engel schlafen und gehe Wäsche waschen und die Wickeltasche vorbereiten, wir besuchen später den Papa auf der Arbeit und danach kommt meine Oma noch zu uns nach Hause und hütet die Zwerge damit ich endlich mal zum Friseur komme.

Bis bald ihr Lieben,

eure sehr glückliche Janine ❤

 

**Nachtrag: zum Friseur habe ich es immer noch nicht geschafft**

 

 

Und plötzlich ist alles anders- Mutter von null auf hundert

Die Kinder sind da!

Unsere Zwillinge wurden nach nur wenigen Stunden Wehen am 12. Mai 2016 in der 39. Schwangerschaftswoche -genau gesagt bei 38+2- auf natürlichem Weg geboren. Helena kam um 13.15 Uhr mit 50cm und 2990g und Samuel um 13.20 Uhr mit 53cm und 3050g zur Welt. ❤  Endlich sind wir komplett 👨👩👧👦

Mein Flug nach Kiew war schon seit einer Weile für den 14. Mai gebucht. Unabhängig davon ob meine Kinder noch länger auf sich warten ließen, wollte ich vor Ort sein. Mein Mann und ich hatten eigentlich schon viel früher mit der Geburt gerechnet und schrieben täglich eine neue Mail nach Kiew. Jeden Tag kam die gleiche Antwort. Es gibt noch nichts neues, wir melden uns wenn sich etwas tut, Ihrer Leihmutter geht es gut. Bis zum 12. Mai. Da kam plötzlich eine Email: „Liebe Janine, ihre Leihmutter wurde heute Morgen in den Geburtssaal gebracht, ich glaube, ich kann Ihnen am Ende des Tages schon wunderschöne Neuigkeiten überbringen.“ Irgendwie kam diese Mail zu spät auf meinem Handy an und so kam zeitgleich die nächste Mail: „Liebe Janine und lieber Mr. X, Sie sind gerade Eltern geworden, Herzlichen Glückwunsch! Beiden Kindern geht es gut, sie sind gesund. Es war eine natürliche Geburt.“

Ich war gerade am Auto fahren und musste erst mal rechts ran und die Mail sacken lassen. Danach fuhr ich zu meinem Mann auf die Arbeit, ich musste es ihm persönlich mitteilen. Als er mich und mein strahlendes Gesicht sah, wusste er gleich was los war. Die Zeit bis zum Abflug zog sich ab da natürlich wie Kaugummi. Am 14. Mai flogen meine Schwester und ich mit der ersten Maschine von Frankfurt nach Kiew. Leider konnte mein Mann uns aus beruflichen Gründen nicht gleich begleiten, sondern kam erst eine Woche später nach. In Kiew angekommen erwartete uns erst einmal … nichts! Wir wurden am Flughafen abgeholt und in unsere Unterkunft gebracht. Da Wochenende war, durften wir nicht zu den Kindern, das ist dort in dieser Klinik leider so wie wir inzwischen wissen.

Montags wurden wir dann zusammen mit einem anderen deutschen Paar abgeholt und zur Klinik gebracht. Während der halbstündigen Fahrt redete ich pausenlos und war extrem aufgeregt. Was ich in diesen Minuten empfunden habe kann ich gar nicht richtig in Worte fassen. Man weiß, man hat gleich ein Blind Date mit den zukünftig wichtigsten Personen des eigenen Lebens und kann es trotzdem nicht begreifen. Vor der Klinik bekamen wir alle blaue Einwegkittel und fuhren anschließend mit dem Fahrstuhl in den 7. Stock. Das deutsche Paar wurde als erstes zu seiner Tochter gebracht da diese auf dem Stock lag. Meine Schwester und ich standen im Flur und warteten auf die Dolmetscherin. Auf einmal lief eine Frau an uns vorbei in Richtung Badezimmer. Ich schaute meine Schwester an und sagte: „Du, schau mal! Ich glaube das ist unsere Leihmutter!“ Meine Schwester antwortete: „Ach quatsch. Glaubste echt?“ Ich kramte mein Handy raus und wir schauten uns das Bild von ihr und meinem Mann an welches beim Ultraschall im Dezember entstanden ist. Dann sagte meine Schwester plötzlich: „Oh ja, ich glaube du hast recht, das ist sie!“ Ich fing am ganzen Körper an zu zittern und musste aufpassen, dass ich nicht hyperventilierte. Mein Körper brannte und ich fiel fast um vor Aufregung. Als die Frau aus dem Bad kam, zeigte ich ihr das Bild in meinem Handy und fragte, ob sie das sei. Sie lächelte und nickte. Da brachen bei mir alle Dämme, ich fing an zu weinen und versuchte, mit ihr in russisch und englisch zu kommunizieren und ihr mittzuteilen, wie dankbar ich ihr bin. Dann musste auch sie weinen und sie drückte mich an sich. Meine Schwester weinte ebenfalls. Nach einigen Minuten verabschiedete sich die Leihmutter und ging wieder auf ihr Zimmer. Kurze Zeit später kam die Dolmetscherin und fuhr mit uns auf den 5. Stock. Dort mussten wir wieder eine kurze Zeit warten ehe wir in ein Raum durften in dem ca. 6 Babys schliefen. Die Schwester zeigte uns die Bettchen mit unseren Kindern drin. Unseren Sohn habe ich sofort erkannt, er sieht haargenau aus wie mein Mann ❤ Der kleine Kerl schlief und unser Mädchen lag da und nuckelte an ihrer Flasche. Ich nahm sie aus dem Bett und drückte sie an mich. Sie wirkte so zerbrechlich und ich hatte angst ihr weh zu tun. Meine Schwester nahm das Bübchen und fing an zu weinen. Danach „tauschten“ wir die Kinder und haben noch schnell ein Foto gemacht als wir allein im Raum waren. Selbst ein Foto schießen war in dem Krankenhaus verboten! Nach einer viertel Stunde mussten wir leider schon wieder Abschied nehmen und wurden zurück zur Unterkunft gebracht. Ich war total geflasht und konnte das Erlebte gar nicht richtig fassen. Leider schlief ich schon seit meiner Ankunft in Kiew total schlecht. Zum einen kann ich ohne meinen Mann fast nie einschlafen und zum anderen ist unser Bett in der Unterkunft der absolute Horror. Schlafen konnte ich in dieser Nacht natürlich auch wieder nicht, mein Kopf kam gar nicht zur Ruhe. 1000 Gedanken und Gefühle schwirrten hindurch. Am nächsten Morgen (dienstags) erhielt ich gegen 10 Uhr einen Anruf, ich solle Kleidung und Maxi Cosis mitnehmen,  die Kinder dürfen heute mit uns kommen. Ich bereitete unser Zimmer so gut es ging vor und packte die Tasche für die Klinik. Wieder war mir total mulmig zumute als ich dieses Krankenhaus betrat. Erstmal war alles wie am Vortag, wir mussten uns in die blauen Kittel hüllen und die Deutschen wurden zu ihrer Tochter gebracht. Danach waren wir an der Reihe. Auf der Station im 5. Stock angekommen mussten wir erstmal in einem anderen Raum warten bis die Schwestern soweit waren. Danach durften wir in das Säuglingszimmer und die Kinderschwester wollte die Kleidung der Kinder haben. Ruckzuck waren die Zwillinge angezogen und in den Maxi Cosis verstaut. Man teilte uns noch mit in welchem Rhythmus sie tranken und welche Milch gefüttert wurde. Ab da hatten wir die Verantwortung für die Kinder. Wir fuhren wieder in den 7. Stock zu den anderen. Auf dem Flur lief uns die Leihmutter wieder über den Weg und strahlte uns an. Da die Dolmetscherin bei uns war, konnte ich mich mit der Leihmutter unterhalten. Ich fragte sie, ob sie die Kleinen sehen wolle. Meine Schwester und ich mussten noch in einem leeren  Zimmer warten bis das andere Ehepaar kam. Ich fragte die Leihmutter, ob sie noch ein bisschen mit uns in das Zimmer kommen wolle. Sie freute sich sehr und  folgte uns. Die Dolmetscherin sagte, dass sie sowas bisher noch nicht erlebt hat, normalerweise wollen die Eltern nach der Geburt keinen Kontakt mehr zur Leihmutter und dass man sich im Krankenhaus noch austauscht hätte es bisher auch noch nie gegeben. Da habe ich geantwortet, dass ich es schön finde wenn S. noch die Möglichkeit hat sich von den Kindern zu verabschieden, immerhin hat sie 10 Monate lang sehr gut auf sie aufgepasst und ohne sie wären die beiden Schätze gar nicht auf der Welt. In dem Zimmer habe ich der Leihmutter dann eines der Babys in den Arm gelegt und mich mit dem anderen neben sie gesetzt. Wir haben noch Fotos gemacht und ich habe ihr erzählt warum ich ihre Hilfe in Anspruch genommen habe und dass ich sehr dankbar für alles bin. Dann habe ich ihr noch Fotos vom Kinderzimmer der Zwillinge gezeigt und sie hat mir Fotos ihrer Tochter gezeigt. Nach einer halben Stunde musste sie dann gehen. Sie schrieb mir noch ihren Facebook Namen auf und meinte, sie würde sich freuen wenn wir ihr mal Fotos schicken würden. Dann ging sie. Ich hatte Tränen in den Augen und fühlte so vieles gleichzeitig. Tiefste Dankbarkeit, Demut, Mitgefühl der Leihmutter gegenüber und ganz viel Liebe. Dadurch dass ich so viel Zeit mit der Leihmutter verbringen konnte, kann ich Kiew auch mit einem besseren Gefühl verlassen. Für mich war das alles hier nicht nur eine Dienstleistung so nach dem Motto: „Die kriegt ja genug Geld dafür“ sondern eine höchst emotionale Angelegenheit. Was S. da für uns getan hat, kann man mit keinem Geld der Welt „gut“ machen und ich bin froh und dankbar dafür, dass ich mit eigenen Augen sehen konnte, dass es ihr seelisch gut geht und die Abgabe der Kinder für sie in Ordnung war.

Dann ging es endlich wieder in die Unterkunft. Die Babys hatten bald darauf Hunger und ich musste erst einmal Flaschen sterilisieren und zubereiten. Die Kleinen schrien und die deutsche Frau beruhigte sie zusammen mit meiner Schwester bis ich fertig war. Ich war so nervös und angespannt und mit dieser Situation auch erst einmal völlig überfordert. Ich hatte richtig Angst, das alles nicht zu schaffen. Am ersten Tag hatte ich noch nicht einmal Zeit mich in meine Kinder zu verlieben. Sie lagen da, waren unheimlich süß und zum Glück nach der ersten Flasche sehr pflegeleicht. Aber dennoch waren sie sie mir irgendwie fremd. Wahrscheinlich ist das unter diesen Umständen normal, aber ein schlechtes Gewissen hatte ich  trotzdem. In dieser Nacht habe ich wieder nur 2 Stunden geschlafen, von morgens 6-8 Uhr. Ich war viel zu aufgeregt und besorgt um schlafen zu können, noch nicht einmal richtig essen konnte ich. Der ganze Tag fühlte sich -wie auch schon der Tag zuvor- völlig surreal an. Ich hatte immer wieder das Gefühl, gleich aufwachen und feststellen zu müssen, dass das alles nur ein Traum war. Doch jedes mal, wenn ich ins Kinderbett geschaut hatte, lagen die kleinen Zauberzwerge immer noch da ❤

Heute bin ich seit 18 Tagen Mutter und ich liebe meine Kinder über alles. Manchmal schaue ich sie an und kann nicht fassen, dass sie mir niemand mehr weg nehmen wird. Nein, ich hüte nicht mal eben die Kinder von Bekannten und Freunden, ich bin tatsächlich eine MAMA ❤

Wenn am Donnerstag auf der Botschaft alles glatt läuft, kommen wir am Freitag nach Hause. Dann beginnt unser Leben als Familie endlich richtig.

 

Bis bald ihr Lieben,

Eure Janine ❤

 

 

Auf der Zielgerade

37. Schwangerschaftswoche, ich kann´s nicht fassen! Die gesamte Schwangerschaft über hatte ich ständig Angst, dass die Kinder viel zu früh kommen und nun ist die 37. Woche da und die Babys sind immer noch nicht auf dem Weg. Vorgestern rief mein Mann unsere Koordinatorin, an um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen. Sie teilte ihm mit, dass die Leihmutter noch keine Wehen oder andere Anzeichen für die Geburt hätte und man nächste Woche, also in der 38. SSW die Geburt dann wohl langsam einleiten wird, sollten die Zwerge sich bis dahin nicht selbst auf den Weg gemacht haben.

 Wir können uns nun also darauf einstellen, nächste Woche Eltern zu werden. Ich befinde mich gedanklich zur Zeit wirklich in einem Ausnahmezustand. Jahrelang versuchte ich schwanger zu werden, nun weiß ich schon seit Monaten dass ich sogar Zwillingsmutter werde, habe mit meinem Mann und meiner Schwester das Kinderzimmer renoviert, bestelle ständig irgendwelche Babysachen und doch kann ich es nicht fassen. Es fühlt sich alles so weit weg und fremd an. Wenn ich darüber rede in den nächsten 1-2 Wochen Mutter zu werden, kommt es mir immer vor, als würde ich einer anderen Person zuhören oder als wäre ich eine Filmschauspielerin und würde gerade meinen erlernten Text sprechen. Es fühlt sich alles total unwirklich an und manchmal habe ich Angst, gleich aufzuwachen und zu merken, dass das alles nur ein Traum war.

 

Ich werde in den nächsten 14 Tagen in einen Flieger steigen, danach in ein Krankenhaus in einem anderen Land gebracht und werde MEINE Kinder in Empfang nehmen. Ich werde sie zum ersten Mal in meinem Leben sehen, spüren, berühren und es wird wahrscheinlich ein ganz komisches Gefühl. Wird mein Herz sofort überlaufen vor lauter Muttergefühlen oder werden meine Babys mir erst einmal fremd sein? Ich liebe meine Kinder und hätte schon in der gesamten Schwangerschaft mein Leben für sie gegeben. Und doch glaube ich, dass es am Anfang ganz komisch sein wird. Mir fehlen ja leider alle hormonellen Prozesse im Körper die mich aufs Mutter werden eingestellt hätten. Bei mir weiß das alles nur der Verstand, aber mein Inneres hat es noch nicht so begriffen.

Auch kann ich nicht fassen, dass diese Hölle endlich vorbei ist. 8 lange Jahre haben wir versucht, Eltern zu werden. Sind durch Wolken der Hoffnung geschwebt, tief gefallen und mühsam aus Abgründen wieder dort raus geklettert.

 

 Und jetzt? Jetzt sind wir auf der Zielgerade, ich schaue meinem Mann in die Augen, lächele ihn an, nehme seine Hand und wir laufen los, denn da vorne, da ist das Ziel ❤

 

 Wir gehen als Paar und kommen als Familie zurück!

 Bis bald meine Lieben

 Eure Janine ❤

 

Zwillinge sind teuer

 

Heute zeige ich euch mal die Liste unserer bisherigen Ausgaben.

❤️ 207€ Laufstall + Einlage + Matratze
❤️ 500€ 2 Betten (Schardt Milano)
❤️ 68€ Bettumbauseiten
❤️ 65€ Wickelkommode (Ikea Hemnes Kommode)
❤️ 60€ Wickelaufsatz
❤️ 30€ Wickelauflage
❤️ 30€  Teppich Ikea
❤️ 129€ Kleiderschrank (Ikea Brusali)
❤️ 10€ Regale Ikea
❤️ 220€ 2 Wippen (Baby Björn)
❤️ 100€ Wickelkommode Wohnzimmer (Ikea Hensvik)
❤️ 4€ Garderobe
❤️ Mehrere Treppenschutzgitter (bisher 2 geschenkt bek.)
❤️ 13€ Deckenlampe
❤️ 9€  Windeleimer Angel Care
❤️ 170€ 2 Matratzen
❤️ 40€ 4 Bettlaken
❤️ 1700€ Kinderwagen mit Zubehör (Bugaboo Donkey Twin)
❤️ 400€ 2 Maxi Cosi Pebble
❤️ 20€ Bezüge für Wickelauflage
❤️ 34€ 2 Maxi Cosi Spielzeuge
❤️ 40€ 2 Bettspiralen
❤️ 600€ Kleidung + Schlafsäcke + Mullwindeln, Lätzchen
❤️ 50€ Sterilisator
❤️ 110€  Nuk Flaschen
❤️ 70€ Mam Flaschen (Hab mich nochmal um entschieden)
❤️ 60€ Pflegeprodukte, Bürste, Thermoskannen, Portionierer
❤️ 30€ Bilderrahmen, Wimpelkette
❤️ 100€ Spielzeug + Mobile für Laufstall
❤️ 60€ Tapete neues Zimmer
❤️ 180€ Tapete und Farbe altes Zimmer
❤️ 125€ Babymilch Hipp pre Biocombiotik 12x
❤️ 37,50€ Bisher 10 Windelpakete
❤️ 30€ Schnuller
❤️55€ Badewanne + Ständer
❤️ 317€ 2x Iso Fix Station

= 5668,50€ bisher

 

Aktuell fehlen noch:

❤️ 2 Hochstühle
❤️ Spielbogen
❤️ T Shirts und kurze Hosen für den Sommer
❤️ Nachtlicht
❤️ Babyphone
❤️ 2 Angelcare Bewegungsmatten
❤️ Sonnenblenden fürs Auto

 

 

 

 

Zum ersten Mal tat´s nicht weh

Letzte Woche musste ich zum Gynäkologen weil ich Beschwerden hatte. Mein Mann und ich (ja, er begleitet mich meist weil ich nicht gerne allein zum Arzt gehe) betraten die Praxis und an der Anmeldung stand schon die erste Schwangere, sie bekam gerade ihren Mutterpass und einen neuen Termin. Solch eine Situation hat mich bisher immer sehr geschmerzt. Nach der Anmeldung gingen wir ins Wartezimmer, die wartenden Frauen waren an dem Tag wirklich fast alle schwanger! Normalerweise hätte mir solch eine Situation das Herz zerrissen und ich hätte nach dem Verlassen der Praxis auf der Heimfahrt erst einmal geweint. Aber diesmal war alles anders. Seit Jahren konnte ich zum ersten Mal über die Kugelbäuche und den Watschelgang schmunzeln und mich mit diesen Frauen freuen. Es kamen mir so Gedanken wie: „Bei uns ist es auch bald soweit“ oder „wie weit sie wohl schon sind“ und „ob unsere Leihmutter auch schon so einen runden Bauch hat“. Ich war nicht von Neid zerfressen und auch nicht totunglücklich, sondern in diesem Moment ebenfalls einfach nur eine werdende Mama.

Im Alltag nehme ich Schwangere inzwischen ebenfalls anders war. Früher sprang mir jeder runde Bauch und jeder Kinderwagen sofort ins Auge und tat weh. Inzwischen ist es meist nur noch ein klitzekleiner Stich und hin und wieder flammt die Sehnsucht in mir auf, selbst eine ganz normale, komplikationslose Schwangerschaft zu haben.

Aber es ist wie es ist. Und es ist okay so.

Eine schöne Restwoche an alle!

Janine ❤